
02.07.2025

01.08.2024
„Spiel und Lernen gelten heute als die kindlichen Aneignungstätigkeiten der Welt und werden als zentrale Prozesse herausgestellt, an denen sich pädagogische Fachkräfte in ihrem Handeln orientieren sollen…“ (Auszug aus den Grundlagen des Sächsischen Bildungsplanes).
Im Spiel inszenieren Kinder sich selbst, ihre Erfahrungen, Potenziale, Stärken, aber auch Probleme, Schwächen und Konflikte. Spiel aktiviert und ist selbst Aktivität. Es regt dazu an, sich mit seiner Umwelt vielfältig und individuell auseinanderzusetzen. Es ist ein Ausdrucksmittel, in dem alle Sinne angesprochen werden, die zur Selbst- und Fremdwahrnehmung dienen. Kinder unterscheiden Spiel, Arbeit und Lernen nicht voneinander. Ach - was haben die fast vollzählig 3-jährigen Krokodilkinder in der Vergangenheit gespielt = gelernt = lebensbewältigt und dabei wie von selbst alle sechs Bildungsbereiche des Sächsischen Bildungsplanes „erobert“.
Im somatischen Bereich wird die körperbezogene Gestaltung unseres Alltagslebens verstanden und meint mehr als die Grundversorgung „gesund, satt und sauber“. Wir legten großen Wert auf allgemeines Wohlbefinden aller, setzten uns mit Körperpflege und Hygiene, Kleidung, Ernährung, Gesundheit und Förderung einer positiven Lebenshaltung spielerisch auseinander, z.B. können wir schon entsprechende Kleidung auswählen und an- und ausziehen, putzen unsere Schnupfnasen, husten in die Armbeuge, bewegen uns gern an frischer Luft oder mit Kreis- und Bewegungsspielen und Tänzen, sind fast vollständig von der Windel befreit und singen fröhliche Lieder beim Händewaschen…Rituale und Regeln, wie Bücher, Geschichten und Musik lassen uns z.B. zur Mittagsruhe entspannen. Wir lieben unsere gesunden Obst- genauso wie kleine Naschrunden.
Im Bereich der sozialen Bildung ist Vertrauen und Beteiligung Grundlage für die Entwicklung sozialer Fähigkeiten. Mittlerweile sind einzelne Identitäten schon gut entwickelt, aber auch eine kollektive Identität erleb- und erkennbar in der sozialen Interaktion und Beteiligung. Dabei haben wir gelernt, dass Mimik, Gestik und Sprache eine große Bedeutung zukommt, z.B. soziale Gruppenregeln auszuhandeln, Rollen auszuprobieren, Konflikte zu lösen oder Demokratie zu erlernen (Worauf haben wir Lust? Was und wo wollen wir spielen?). Auch der Aufbau und Stärkung des eigenen Selbstvertrauens gehört in diesen Bereich, z.B. seine Meinung zu vertreten, sich sportlich etwas zu trauen oder Ängste zu überwinden; mit Büchern, Geschichten und Handpuppen- und Rollenspielen sowohl die kognitive als auch emotionale Ebene zu erreichen.
Soziales Miteinander ist vor allem Kommunikation. Und da haben wir ordentlich zugelegt! Von der nonverbalen Kommunikation sind wir bei 3- und Mehrwortsätzen in der Interaktion und Reaktion angekommen, um in Dialoge miteinander treten zu können. Der wechselseitige Austausch und auch das Erlernen des Perspektivwechsels gelingt immer besser. Von Anfang an haben wir viele Lieder, Bewegungs-, Rhythmus-, Musik- und Fingerspiele eingesetzt, haben Bücher angeschaut und viel vorgelesen, Gespräche in Morgen- und Alltagsrunden sowie thematisches Arbeiten erfolgreich integriert. Nur unser „Theaterprojekt“ von Hänsel und Gretel ist ins Stocken geraten, obschon die Rollen gern übernommen, aber nicht mit Text versehen werden.
Unsere Kinder entdecken und erforschen ihre Umwelt mit allen Sinnen. Jedes Sinnesorgan findet in unterschiedlichen Bereichen wie bildnerisches Gestalten, Musik, Tanz, Theater und Handwerk seinen eigenen Ausdruck, aber auch in alltäglichen Gestaltungsprozessen. Uns ging es um die Schaffung von Möglichkeiten, „dem Eindruck einen Ausdruck“ zu geben, egal ob wir singen, tanzen, musizieren, uns bewegen, malen, kneten, bauen und konstruieren, Bücher betrachten, schneiden, Theater spielen, Geschichten hören etc.
Mit verschiedensten Angeboten und Materialien förderten wir die Wahrnehmung, das Denken und Handeln auch in den Prozessen der ästhetischen Bildung. Beispiele stellen oder hängen wir gern in den Räumen oder Kindercafé aus. Auch im naturwissenschaftlichen Bereich unterstützten wir den Erkundungsdrang der Kinder, denn hier geht es ums Entdecken von Natur, Ökologie und Technik aus Alltagsbeobachtungen. Wir legten z. B. mit Hilfe von Pflanzenspenden der Eltern einen begrünten Tunnel vor unserem Fenster an und gaben den Blumen mit viel Freude und Elan Wasser zum Leben, wobei wir aber schon beim Waschen lernen, ökologisch damit umzugehen. Andererseits sind Experimente wie das Einpflanzen und Ziehen wollen von Obstkernen nicht geglückt. Dafür konnten wir Wasser einfrieren lassen oder auch selbst Speiseeis herstellen. Auch das Weihnachtsgeschenk eines auseinander zu montierenden Auto-Modells ist weiterhin sehr beliebt. Das waren Beispiele, um die Kinder anzuregen, sich mit ihrer Umwelt zu befassen und nach eigenen Antworten zu suchen, Fehler und Irrtümer eingeschlossen.
Damit mathematische Bildung keine „bittere Medizin“ wird, fingen wir ganz klein damit an. Wir förderten den Spaß am Knobeln z. B. in didaktischen Spielen, das Entdecken von Regelmäßigkeiten z.B. beim Fädeln, die Entwicklung eines Zahlenverständnisses zu fördern, z.B. beim Abzählen von Kindern, Geschirr etc., beim Vergleichen von Dingen wie z.B. groß und klein oder dick und dünn, beim Abwiegen von Backzutaten, beim Suchen von geometrischen Formen z.B. in Puzzeln, didaktischen Spielen, beim Spaziergang, beim Ordnen und Aufräumen von bestimmten Gegenständen. Das mathematische Verständnis steht immer in Verbindung mit alltäglichem Handeln und knüpft an den Alltags- und Umwelterfahrungen der Kinder an. Auch die räumliche Wahrnehmung gehört dazu, z.B. sich in Räumen, Häusern oder Grundstück zurecht zu finden, was uns schon sehr gut gelingt.
Liebe Eltern und Großeltern, seien Sie also nicht traurig, wenn Sie auf Ihre Frage „Was habt ihr denn heute schönes gemacht?“ zur Antwort bekommen „Wir haben gespielt!“.