
11.06.2026

02.06.2026
Ein unsichtbares, aber riesiges grünes Wesen hat in den letzten Wochen unseren Kindergarten erobert. Vom 1. April bis zum 1. Juni 2026 drehte sich bei uns alles um das pädagogische Projekt „Das Kleine Wir“. Zwei Monate lang erforschten die Kinder intensiv ihre eigene Gefühlswelt, lernten den Wert von Achtsamkeit kennen und stärkten das Fundament unserer Gemeinschaft. Das Projekt ist nun offiziell beendet, doch die wichtigste Botschaft bleibt: Das „Kleine Wir“ wohnt ab jetzt fest in unserem Kindergarten und in unseren Herzen.
Das Projekt startete mit der Entdeckung der eigenen Emotionen. Durch die vertraute Bilderbuchfigur des „Kleinen Wir“ bekamen Gefühle wie Freude, Wut, Traurigkeit und Angst ein Gesicht. In täglichen Morgenkreisen und spielerischen Angeboten lernten die Kinder, in sich hineinzuhören: Wie fühlt sich Wut im Bauch an? Wie sieht ein glückliches Gesicht aus? Dieses emotionale Bewusstsein half den Kindern zu verstehen, dass jedes Gefühl seine Berechtigung hat und wichtig ist.
Ein zentraler Baustein der Projektwochen war die Entwicklung einer gesunden Streitkultur. Wo viele Kinder aufeinandertreffen, fliegen verständlicherweise auch mal die Fetzen. Das „Kleine Wir“ half den Kindern als Brückenbauer. Sie erfuhren im Rollenspiel, dass das „Wir“ schrumpft, wenn wir gemein zueinander sind oder uns ungerecht streiten. Gleichzeitig lernten sie konkrete Strategien, wie sie Konflikte selbstständig und gewaltfrei lösen können. Entschuldigungen, das Teilen und das Zuhören ließen das „Wir“ im Nu wieder wachsen und stärkten das soziale Miteinander spürbar.
Damit es der Gemeinschaft gut geht, muss es auch dem Einzelnen gut gehen. Deshalb legten die pädagogischen Angebote großen Wert auf die Selbstfürsorge. Die Kinder lernten zu spüren, wann sie eine Pause brauchen und wie sie gut auf sich selbst achten können. Gleichzeitig schärften die Aktivitäten den Blick für die Bedürfnisse der anderen: Was kann ich tun, damit es meinem Freund oder meiner Freundin gut geht? Kleine Gesten der Hilfsbereitschaft und des Trostes wurden so zu festen Ritualen im Kitaalltag.
Zum Projektabschluss Anfang Juni wurde allen Beteiligten klar: Dieses Projekt hinterlässt bleibende Spuren. Das „Kleine Wir“ ist durch die vielen gemeinsamen Erlebnisse, Lieder, Bastelarbeiten und Gespräche riesengroß geworden. Auch wenn die intensiven Projektwochen vorbei sind, begleitet uns das gelernte Wissen im Alltag weiter. Das „Kleine Wir“ hat bei uns ein dauerhaftes Zuhause gefunden – in unseren Räumen, in unserem täglichen Umgang miteinander und vor allem tief in den Herzen unserer Kinder.

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